Wie sich die Raumatmosphäre auf Kreativität und Engagement auswirkt

Schöner arbeiten

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Wer sich am Arbeitsplatz wohl fühlt, ist kreativer, engagierter und erbringt bessere Leistung. Ob im Coworking-Space oder im klassischen Büro, sowohl die Umgebung als auch die Unternehmensphilosophie spielen für das „Wellbeing“ wichtige Rollen.

Autorin Nadia Hamdan

Frei und selbstbestimmt zu arbeiten und eine natürliche, flexible Arbeitsumgebung: Diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. Zu diesem Schluss kommen etwa der Human Spaces Report von Interface und der aktuelle Global Report von Steelcase. Beide Studien erkennen zudem den Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit am Arbeitsplatz und dem Engagement: In einer schönen Umgebung arbeiten die Mitarbeiter demnach produktiver und kreativer.
Kreativität ist jedoch nicht planbar. Sie entsteht aus Freiheit und Spontanität. Im Büro herrschen dagegen geordnete Strukturen. Wie sich diese Faktoren vereinen lassen, zeigen zahlreiche Beispiele – die alle in einem mehr oder weniger klassischen Büro stattfinden. So lassen sich Arbeitsumgebungen schaffen, in denen gerne gearbeitet wird, in denen die Mitarbeiter motiviert sind und neue Ideen entwickeln.
Ein Beispiel, wie das gelingen kann, befindet sich beim Bonner Smoothie-Hersteller true fruits. Das Büro Lepel & Lepel Architektur und Innenarchitektur in Köln hatte bei der Gestaltung der rund 460 Quadratmeter großen Fläche die Bedürfnisse der Mitarbeiter im Fokus. Zugleich spielte das Thema Wohlfühlen eine herausragende Rolle – und das sieht man den Räumen an. So lässt sich ein Wohnzimmer akustisch und visuell komplett von der Bürofläche trennen. Die Küche ist, ähnlich wie in einer Wohnumgebung, Treffpunkt aller Mitarbeiter und zugleich ein Raum, der die Kreativität fördert. „Hier wird gemeinsam gegessen und gekocht und damit das Gemeinschaftsgefühl im Team gestärkt“, beschreibt Projektleiterin Stephanie Süß. „Die schwarze Tafelfarbe an der Wand dient nicht nur als Kontrast zu den in Weiß gehaltenen Büros, sondern auch als Kreativfläche, auf der die Mitarbeiter Sprüche, Zeichnungen oder aktuell Babynamen für den Nachwuchs sammeln.“
Die Büroeinrichtung hat Lepel & Lepel zurückhaltend gestaltet, um den Mitarbeitern und ihren Ideen Raum zu geben. „Wir haben bei diesem Projekt darauf geachtet, dass sich die Firmenphilosophie „no tricks“ im Interieur widerspiegelt“, sagt Süß. „Deshalb haben wir hauptsächlich mit naturbelassenen Materialien gearbeitet.“
Natur als Gestaktungselement
Die Besprechungszonen weisen kräftige Farben auf. Auch dort spielt die Natur eine große Rolle: Eine Meetingzone besteht aus einem gläsernen Gewächshaus mitten im Raum.
Dass die Bürogestaltung eine wichtige Rolle spielt, wenn es um das Thema Wohlfühlen am Arbeitsplatz geht, wird auch in den Hamburger Büroräumen des Web-Hosting-Anbieters Jimdo deutlich. „Unser Ziel war es, die Räume kommunikativ und gemütlich zu gestalten und dadurch Kreativität zu fördern“, erläutert Laura Vogel, verantwortliche Architektin bei Jimdo und Planerin der Hamburger Büroräume. Wichtige Aspekte sind dabei viel Tageslicht und Raum für Kommunikation. Und nicht nur die Einrichtung spielt eine Rolle: „Alle Mitarbeiter sind selbst verantwortlich dafür, ihre Arbeitszeit einzuteilen und zu koordinieren. Damit geht einher, dass jeder zu bestimmten Tageszeiten anwesend ist, damit etwa auch kurzfristige Meetings stattfinden können. Unsere Mitarbeiter organisieren zudem Sportaktivitäten und verschiedene Aktionen selbst, wie gemeinsames Joggen, Kartenspielabende, Konsolenspiel-Runden oder Weinproben“, beschreibt Maria Tarasova, International Communications & PR bei Jimdo. „All das trägt dazu bei, dass sich die Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit wohl- und wertgeschätzt fühlen.“ Und der Effekt ist in Hamburg direkt spürbar: „Wir merken, dass bei Jimdo über die reine Arbeit hinaus ein Miteinander, eine positive und offene Stimmung und ein Respekt voreinander existieren.“
Eine Arbeitsumgebung, die offene Strukturen perfektioniert, sind Co-Working-Places. Die Büroräume bieten nicht nur Freelancern große Potenziale. Der branchenübergreifende, offene Austausch verschafft auch Unternehmen neue Impulse und Ideen. Was Unternehmen von Co-Working-Places lernen können, beschreibt Stefan Rief, Leiter des Competence Center Workspace Innovation beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in seiner Studie „Harnessing the Potential of Coworking“. „Im Co-Working-Space herrscht eine völlig andere Atmosphäre als in einem normalen Office – und hier liegen die großen Potenziale. Der Raum dient so als Innovationstreiber und erlaubt den Blick über den Tellerrand“, sagt Rief.
Ein Co-Working-Space ist jedoch nicht mit einem Non-Territorialen-Arbeitsplatzkonzept zu vergleichen. „Näher kommen wir der Sache, wenn Abteilungen vermischt werden und so neue Impulse und Ideen ausgetauscht werden“, betont Rief. Die Faktoren zum „Wellbeing“ sind hier vor allem die Freiheit und der offene, kreative Austausch. „Wer einmal eine solch Arbeitsumgebung erlebt hat, möchte am liebsten gar nicht mehr weg.“
Eine offene Arbeitsumgebung dieser Art ist jedoch kein Selbstzweck. Ob Co-Working-Space oder flexible, wohnliche Büroumgebung im Unternehmen: „Letztendlich soll eine Umgebung, in der sich die Mitarbeiter maximal wohl fühlen und gerne kreative Ideen entwickeln, wirtschaftlichen Erfolg bringen“, fasst Rief zusammen. „Das ist eine Voraussetzung, um überhaupt Umgebungen schaffen zu können, in denen frei und flexibel gearbeitet wird.“
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