Unternehmenszentrale der Post AG in Wien

Alt- und Neubau – homogenes Bild

Schenker Salvi Weber haben mit feld72 ein Gebäudeensemble aus Alt- und Neubau mitten in Wien realisiert. Ihre Gestaltung hörte nicht an der Fassade auf. Die zeitgemäßen Büros der Unternehmenszentrale der Post AG erhielten durch die Architekten eine offene Gliederung.

Seit Oktober 2017 beziehen die mehr als 1 100 Mitarbeiter der Post AG sukzessive ihre neuen Büros. Damit endet eine kleine Odyssee, die zwei Umzüge innerhalb weniger Jahre notwendig machte. Die Post AG sah darin durchaus Chancen: Mit den Umzügen konnten althergebrachte Arbeitsweisen abgelegt werden, so dass die offene Arbeitsumgebung in den neuen Räumen gute Aussichten hat, auf Akzeptanz durch ihre Nutzer zu stoßen.

Atrium verbindet Alt- und Neubau

Genau genommen handelt es sich nicht um einen Neubau am Rochusplatz in Wien. Schenker Salvi Weber Architekten erweiterten mit feld72 einen Altbau mit unter Denkmalschutz stehender Art-Deco-Fassade aus den 1920er Jahren um einen Neubau. Dieser folgt dem polygonalen Grundstückszuschnitt. Die neue Fassade mit raumhoher Verglasung und markanten außenliegenden Leibungen strahlt Kontinuität und Zeitlosigkeit aus – eine unaufgeregte Präsenz im Hintergrund in Wien. Alt- und Neubau haben die Planer mit einem mehrgeschossigen, lichtdurchfluteten Atrium verbunden. Es dient als Verteiler im Gebäude, als Treffpunkt für Kommunikation und Austausch.

Aus einem Guss: innen und aussen

In der Planung achtete man darauf, dass die Räume zukünftig alternative Verwendungszwecke und Anpassungen zulassen. Auch das Innenraumkonzept stammt von Schenker Salvi Weber Architekten und feld72. Zonierung, Inneneinrichtung oder Corporate Design, alles wirkt wie aus einem Guss. Auf sieben Stockwerken befinden sich offene Großraumbüros, die durch unterschiedliche Funktionen definiert sind. Es gibt Working Benches für Teamarbeit, Fokusräume für Einzelpersonen, Kreativräume für bis zu fünf Personen, Kommunikations- und Besprechungs- sowie Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten. Diese fügen sich in die offene Fläche ein – das innenarchitektonische Gesamtbild wirkt stimmig und harmonisch.

Ganzheitliches Akustikkonzept

Da der Bauherr sich für eine Bauteilaktivierung mit zahlreichen schallharten Flächen und großzügigen Fensterflächen entschied, war von Anfang an klar, dass die Akustik entscheidend für die Akzeptanz durch die Mitarbeiter sein wird. Hilfe kommt durch den Einsatz textiler Böden, akustisch aktivierte Möbel, Sitzgruppen mit textilen Bezügen und Gitterdecken.

Die Stauraummöbel des österreichischen Büromöbelherstellers Neudoerfler verfügen über genadelte, also winzigen kleinen Löchern versehene Oberflächen sowie aufgesetzte Tiefenabsorber. Dem gezielten Einsatz dieser optimierten Oberflächen und Materialien gingen Berechnungen voraus, deren Ergebnisse bereits während der Planungsphase einbezogen wurden. Dazu ergänzt Julia Reisenbichler, Projektleiterin Österreichische Post AG: „Wir haben hohes Augenmerk auf hochwertige Materialien und auf die Erfüllung eines akustischen Komforts gelegt. Wir haben den Fokus bei der Büroplanung ganz bewusst nicht auf Flächeneinsparungen, sondern auf die Aufwertung der über 50 000 Quadratmeter Nutzfläche und die Schaffung flexibler Arbeitsumwelten für aktivitätenbasiertes Arbeiten gelegt.“

Ein dezentes, angenehmes Farbkonzept, das bei Boden und Möblierung zum Einsatz kam, hilft die Bereiche zu unterscheiden und klar zu strukturieren.

Desk Sharing

Ganz im Sinne der Sharing-Strategie hat die Post AG eine ‚Clean-Desk-Policy‘ eingeführt. Die Mitarbeiter/innen bestimmen ihr Arbeitsumfeld selbst und suchen sich je nach Aufgabe den passenden Ort. Für die Teamarbeit stellte Neudoerfler großformatige Tische mit einer Länge von bis zu fünf Metern auf. Diese sind höhenverstellbar und ohne Sichtbarrieren, ganz im Sinne einer Projektarbeit.

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Fakten

Projekt: Unternehmenszentrale der Österreichischen Post AG

Standort: Rochusplatz 1, 1030 Wien, Österreich

Fertigstellung: September 2017

Fläche: 47 300 m2

Anzahl der entstandenen Arbeitsplätze: 1 100

Anzahl der Stockwerke: 7 Etagen

Bürokonzept: offenes, zeitgemäßes Open Space

Desk Sharing: Ja

Planung und Innenraumkonzept: Schenker Salvi Weber Architekten mit feld72

Energieeffizienz: Passivhausstandard

Lichtplanung: Christian Ploderer

Büromöbel und Sonderanfertigungen: Neudoerfler

Fotos: Hertha Hurnaus, Lukas Schaller